Drittmittelprojekte
Die institutsübergreifende Forschung im Department spiegelt sich auch in zahlreichen Verbundprojekten wider. Die Kölner Physik beherbergt einen Exzellenzcluster im Verbundprojekt der Universitäten Köln, Aachen, Bonn sowie des Forschungszentrums Jülich, der seit 2019 im Rahmen der Exzellenzstrategie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, sowie diverse Sonderforschungsbereiche, die von der DFG gefördert werden.
Exzellenzcluster
DYNAVERSE / Our Dynamic Universe
DYNAVERSE ist ein neuer Exzellenzcluster der Universitäten Köln und Bonn, des Forschungszentrums Jülich, des Max-Planck-Institutes für Radioastronomie, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien. Dynaverse bündelt weltweit führende Expertise in Radioastronomie, Laborexperimenten, Simulationen und maschinellem Lernen / künstlicher Intelligenz und bringt Forschende aus den Bereichen Astrophysik, Informatik und Mathematik zusammen. Zugang zu modernsten Forschungseinrichtungen, kombiniert mit Expertise in Hochleistungsrechnen und Datenanalyse, werden bahnbrechende neue Möglichkeiten eröffnen.
ML4Q / Matter and Light for Quantum Computing
Ziel von ML4Q ist es, neue Computer- und Netzwerkarchitekturen zu schaffen, die auf den Prinzipien der Quantenmechanik beruhen. Eine Rechen- und Vernetzungsleistung, die über alles hinausgeht, was man sich klassischerweise vorstellen kann, würde Quantencomputer zu leistungsfähigen Werkzeugen in Schlüsselbereichen wie Materialdesign, Pharmazie oder künstliche Intelligenz machen. Die Quantenkommunikation könnte wirksam abgesichert werden.
ML4Q bündelt die einzigartige Expertise der beteiligten Partner in drei Schlüsseldisziplinen der Physik (Festkörperforschung, Quantenoptik und Quanteninformation) und erweitert es, um die beste Hardware-Plattform für Quanteninformations-Technologie und Blaupausen für ein funktionales Quanteninformations-Netzwerk zu schaffen.
Sonderforschungsbereiche
SFB 1601 / Habitats of Massive Stars Across Cosmic Time
Im Rahmen des SFB 1601 untersuchen Forscher*innen die physikalischen Prozesse, welche die Lebensräume massereicher Sterne in unterschiedlichen galaktischen Umgebungen bestimmen. Der neue SFB verbindet vier Säulen: Laborastrophysik, Entwicklung von Instrumenten, Beobachtungen sowie theoretische Modellierung und Simulationen. Die SFB-Partner haben ein starkes Profil als führende Akteure in großen internationalen Projekten und verfügen über umfangreiche Erfahrungen in Bau und Betrieb ihrer eigenen Teleskope sowie der Entwicklung hochmoderner Instrumente im Infrarot-, Submillimeter- und Radiowellenbereich. Neue Entwicklungen, insbesondere der Start des FYST/CCAT Teleskops im Jahr 2024, an dem die Universitäten zu Köln und Bonn zu 25 Prozent beteiligt sind, werden durch SFB 1601 optimal unterstützt.
SFB 1238 / Control and Dynamics of Quantum Materials
Das Ziel des SFB 1238 ist es, neuartige kollektive Phänomene in Quantenmaterialien zu entdecken, zu verstehen und zu kontrollieren, die aus dem Zusammenspiel von Spin-Bahn-Kopplung, Korrelationen und Topologie entstehen. Die daraus resultierenden Fortschritte in der Materialwissenschaft sind ein starker Treiber technologischer Innovationen und prägen so unser tägliches Leben. Vier Fokusbereiche (FAs) definieren den vielschichtigen Ansatz zur Forschung an Quantenmaterialien. Das Zusammenspiel von Spin-Bahn-Kopplung und starken Elektron-Elektron-Wechselwirkungen, das zu topologischen Phasen, emergenten Eichfeldern und Fraktionierung führt, wird im FA „Spin-Bahn-dominierte Materie“ hervorgehoben. Der FA „Topologie und hybride Geräte“ untersucht neuartige Effekte, die entstehen, wenn unterschiedliche Quanten- und topologische Materialien in einem einzigen Gerät kombiniert werden. Im FA „2D-Materialien und Funktionalisierung“ wird sich die Tatsache, dass zweidimensionale Quantenmaterialien viel präziser kontrolliert werden können als ihre 3D-Gegenstücke, zunutzegemacht. Schließlich untersucht die FA „Angetriebene und aktive Materie“ die Pump-Probe- und nichtlineare Spektroskopie und präsentiert eine neue Vision der Physik fernab des thermischen Gleichgewichts, indem sie „aktive Quantenmaterie“ einführt.
SFB 1310 / Predictability in Evolution
Können Wege und Ergebnisse zukünftiger evolutionärer Prozesse vorhergesagt werden? Forscher*innen im SFB 1310 arbeiten an dieser Frage in sich schnell entwickelnden Systemen: mikrobielle Populationen im Labor, Viren und Immunrepertoires sowie Krebszellpopulationen. Prädiktive Ansätze für die Entwicklung der Arzneimittelresistenz und -antigenität bei Krankheitserregern und für die Immunantwort in ihren Wirten werden entwickelt. Zu den Anwendungen gehören die Entwicklung von Antibiotika, von Impfstoffen gegen Grippe und von Therapien gegen HIV und Krebs.
SFB 183 / Entangled States of Matter
Ein hervorstechendes Merkmal verschränkter Quantenmaterie ist, dass die große Zahl atomarer Bestandteile, aus denen ein Festkörper besteht, sich gegenseitig vor den schädlichen Auswirkungen der Dekohärenz schützen kann. Im SFB 183 werden diese Schutzmechanismen, ihre Auswirkungen auf die Quanteninformationstheorie und die sich daraus ergebenden Perspektiven für das Design und die Realisierung von Quantengeräten erforscht. Die Entstehung und Manipulation von Verschränkung auf solchen makroskopischen Skalen hängt vom Zusammenspiel dreier Konzepte ab, die auch die Forschungsbereiche des SFB definieren: (i) Topologische Quantenmaterie, (ii) Quanteninformation und (iii) Quantengeräte. Aufbauend auf der Synergie zwischen den drei Bereichen besteht die langfristige Vision des SFB darin, die faszinierende Physik der Verschränkung näher an den makroskopischen Bereich zu bringen.
Kernprofilbereiche
QMI / Quantum Matter and Information
Das QMI hat sich zum Ziel gesetzt, die grundlegenden Eigenschaften von Quantenmaterie zu erforschen und deren enge Verbindungen zur Quanteninformation zu nutzen. Zu den zentralen Forschungsthemen zählen die Realisierung von Bausteinen für zukünftige Quantencomputer, mathematische Strukturen, die topologischen Zuständen von Materie und Quantentechnologien zugrunde liegen, nanostrukturierte Materialien, Materialien für die Photonik sowie die Entwicklung organischer Elektronik. Eine zentrale Aufgabe des QMI besteht darin, erfolgreiche Forschungskooperationen zu fördern, die Infrastruktur zu stärken, Nachwuchswissenschaftler zu unterstützen und den Wissenstransfer voranzutreiben.
Dynamics of the Universe
Unser Universum ist voller faszinierender, rätselhafter und oft überraschender Phänomene. Diese physikalisch zu verstehen und zu erklären, ist die Aufgabe des neuen Kernprofilbereichs Dynamics of the Universe. Die Key Profile Area “Dynamics of the Universe” schafft ein exzellentes Umfeld für die Ausbildung, den frühen Kontakt mit aktueller Forschung sowie den Austausch in internationalen Kooperationen und Wettbewerben. Zudem wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physik, Informatik und angewandter Mathematik nachhaltig gestärkt. Dies ist besonders wichtig, um den Herausforderungen der beispiellos großen Mengen an Beobachtungsdaten mit innovativen Ideen und Algorithmen zu begegnen und komplexe Simulationen auf neuen Hardware-Technologien zu ermöglichen und effizient voranzutreiben.