Literatur & Recherche
Im elektronischen Katalog ist der Bestand der Physikbibliothek, der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB), der anderen dezentralisierten Bibliotheken der UzK sowie alle campusweiten e-Medien nachgewiesen. Über den Katalog erhalten Sie Zugriff auf e-Medien und erfahren den Standort von Printmedien über die Signatur (Bsp.: 502/GN-FOL). Anhand der Signatur können Sie in der Aufstellungssystematik der Regale schnell und einfach das gesuchte Buch in der jeweiligen Bibliothek finden (siehe unten). Die Suchergebnisse des Katalogs können Sie durch verschiedene Filtereinstellungen verfeinern.
Literatur
Literatur in der Physikbibliothek
Bücher
In der Physikbibliothek gibt es neben dem Zeitschriftenraum, in welchem sich Sammelbände gedruckter Zeitschriften befinden zwei weitere Räume, in denen sich Literatur befindet: der Lesesaal und die sbib (Studierendenbibliothek).
Lassen Sie sich gerne vor Ort inspirieren und schauen Sie direkt am Regal nach passender Literatur. Unsere Bücher sind nach Themengebieten sortiert aufgestellt:
Ausdrucke der Aufstellsystematiken finden Sie auch vor Ort. In Kombination mit der Signatur eines Buches, welche Sie bei der Suche im Katalog finden, können Sie so den genauen Standort des gesuchten Buchs identifizieren.
Zeitschriften in gedruckter Form
Viele (vor allem ältere) Zeitschriften in gedruckter Form werden im Zeitschriftenraum der Bibliothek sowie in zwei Archivräumen im Untergeschoss aufbewahrt. In der Zeitschriftenauslage im news & journals-Regal im Lesesaal finden Sie die Hefte der aktuellen Jahrgänge und eine Gesamtliste der Printzeitschriften mit dem jeweiligen Standort. Bitte wenden Sie sich an die Bibliothekarin, wenn Sie eine Zeitschrift einsehen möchten, die sich im Archiv befindet.
Alle Zeitschriftenbestände (print und online) sind im USB-Katalog nachgewiesen; hier können Sie am Besten die Ergebnisse im 1. Reiter “Bücher & mehr” auf den Medientypen “Zeitschrift/Serie” einschränken, um schnell das gewünschte Journal zu finden. Anschließend können Sie sich über die Liste auf der linken Seite fachlichen Überblick verschaffen, oder einen konkreten Titel in den Suchschlitz auf der rechten Seite eingeben.
Literatur an der Universität zu Köln
Bücher & e-books
Sie können im USB-Katalog direkt nach gedruckten Büchern und e-books suchen. Beachten Sie bei der Ergebnisanzeige den ersten Reiter “Bücher & mehr”. Bei Printexemplaren wird der Name der Bibliothek, in der das Buch vorhanden ist, ggf. ein bestimmter Raum in der Bibliothek sowie die Signatur, welche den genauen Standort in der Bibliothek angegeben wird, angegeben.
Beispiel: Bibliothek des Departments Physik/Studierendenbibliothek 502/12-SB-CAR → Das Buch ist in der Physikbibliothek vorhanden und steht dort im Regalplatz 12-SB-CAR des Raums “Studierendenbibliothek”.
ebooks sind im Katalog als “Online-Ressource” mit einem blauen Weltkugel-Button gekennzeichnet, der Volltext ist direkt in der Ergebnisliste verlinkt. Dieser Link führt jeweils auf die entsprechende (externe) Verlagsseite. Die Nutzungsbedingungen (DRM) einzelner Titel und Verlage variieren recht stark: mal kann man ganze Bücher als pdf herunterladen, mal kann man Inhalte nur online lesen. Einige Werke stehen nur über Zwischenanbieter wie “ProQuest” zur Verfügung, bei denen man sich vorab registrieren muss. Die USB hat die Besonderheiten der E-Book-Anbieter auf ihrer Webseite zusammengefasst.
Tipp: Das e-book-Angebot wird kontinuierlich ausgebaut und aktualisiert. Die Neuanschaffungen werden zum Teil erst zeitlich verzögert im Katalog nachgewiesen, obwohl wir bereits Zugriff auf die Inhalte über die Verlagsseiten haben. Recherchieren Sie also auch direkt (aus dem Uni-Netz) auf den Quellseiten.
Zeitschriften & Zeitschriftenartikel (gedruckt und digital)
Sie können im USB-Katalog direkt nach Artikeln und Aufsätzen suchen. Beachten Sie bei der Ergebnisanzeige den zweiten Reiter “Aufsätze & mehr”. Der Volltext ist oft in der Detailanzeige verlinkt. Alle Zeitschriftenbestände (print und online) sind im USB-Katalog nachgewiesen; hier können Sie am Besten die Ergebnisse im 1. Reiter “Bücher & mehr” auf den Medientypen “Zeitschrift/Serie” einschränken, um schnell das gewünschte Journal zu finden. Suchen Sie ausschließlich nach E-Journals, nutzen Sie einfach den entsprechenden Button auf der Startseite. Anschließend können Sie sich über die Liste auf der linken Seite fachlichen Überblick verschaffen, oder einen konkreten Titel in den Suchschlitz auf der rechten Seite eingeben.
Achtung: Nicht immer kann man aus dem VPN alle lizenzierten Inhalte nutzen; bei manchen Zeitschriften ist ein “[Readme]” bei der Angabe zum lizenzierten Zeitraum ergänzt, wenn Sie dem Volltext-Link im USB-Portal gefolgt sind; hier finden Sie wertvolle Informationen zu kennwortgeschützen Zugängen o.ä. In der Zeitschriftendatenbank sind deutschlandweit alle gedruckten und digitalen Bestände inklusive der Bestandsangaben übersichtlich verzeichnet.
Viele (vor allem ältere) Zeitschriften in gedruckter Form werden in zwei Archivräumen im Untergeschoss sowie im Zeitschriftenraum der Bibliothek aufbewahrt. In news&journals-Regal im Lesesaal finden Sie die Hefte der aktuellen Jahrgänge und eine Gesamtliste der Printzeitschriften mit dem jeweiligen Standort.
Datenbanken
Eine Übersicht der an der Universität zu Köln lizenzierten Datenbanken finden Sie hier.
Scopus:
Scopus ist eine multidisziplinäre Abstract- und Zitationsdatenbank für Forschungsliteratur und hochwertige Internet-Quellen (peer-reviewed). Zur Verfügung stehen verschiedene Tools zur Verfolgung, Analyse und Visualisierung von Forschungsinformationen aus allen Fachgebieten. Scopus liefert zudem die Zitierungen der wissenschaftlichen Artikel (References und Citations), die die Zitationsanalyse ermöglichen (Wer zitiert wen? Wer wird durch wen zitiert?).
Die Auswertung erfolgt ab dem Publikationsjahr 1969. Neben umfangreichen Rechercheoptionen besteht die Möglichkeit, sich eigene Suchprofile zusammenzustellen und von einem Alert-Dienst Gebrauch zu machen.
Weitere Informationen und Hilfestellungen finden Sie in den Scopus FAQ, dem Scopus Support Center, dem Scopus Lib Guide und dem Scopus Digital Room der UzK für Promovierende und Wissenschaftler*innen.
Weitere Online-Angebote (Dokumentenserver/Repositorien/Videos/Podcasts)
Über den USB-Katalog haben Sie Zugriff auf viele Datenbanken und elektronische Medien. Hier finden Sie einen Überblick über das e-Medien- und Datenbank-Angebot der USB. Einen generellen Überblick über freie und lizenzierte Datenbanken bietet das Datenbank-Infosystem (DBIS).
Dokumentenserver:
- arXiv.org ist ein Dokumentenserver für die Bereiche Physik, Mathematik, Informatik, Statistik, Finanzmathematik und Biologie zum schnellen Austausch von Preprints. “Preprint” bedeutet, dass die Artikel noch kein peer review-Verfahren zur Qualitätssicherung durchlaufen haben und noch nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht wurden. Auf arxiv wurden die einzelnen Paper aber von einem*r Experten*in des jeweiligen Fachgebietes auf wissenschaftliche Relevanz und das Einhalten formaler Standards überprüft.
- seit Ende 2013 gibt es außerdem das BioRxiv – einen Preprint-Server für Lebenswissenschaften.
Publikationen von Großforschungseinrichtungen:
- Auf dem CERN Document Server finden Sie multimediale Veröffentlichungen des CERN im Bereich der HEP.
- Die wissenschaftlichen Publikationen aus dem Forschungszentrum Jülich werden im dortigen Publikationsportal JuSER erfasst.
- Das SAO/NASA Astrophysics Data System (ADS) ist ein digitales Bibliotheksportal für Astronomie und Physik, das vom Smithsonian Astrophysical Observatory (SAO) mit Förderung durch die NASA betrieben wird; es beinhaltet mehr als 15 Millionen Datensätzen zu Veröffentlichungen in Astronomie und Astrophysik, Physik und allgemeinen Wissenschaften, einschließlich aller arXiv-E-Prints.
Populärwissenschaftliche Ressourcen:
- Die Plattform „Welt der Physik“ bietet ein unterhaltsames Onlinemagazin mit Podcasts und Themenseiten; herausgegeben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der DPG.
- Auf dem Youtube-Kanal der DPG sind zahlreiche hochkarätige und zugleich allgemeinverständliche Vorträge insbesondere auch zur gesellschaftlichen Dimension der Physik frei zugänglich.
- Natürlich darf in dieser Auflistung unser "Eigengewächs" der UzK / Physikdidaktik Jacob Beautemps mit seinem Breaking Lab-Kanal nicht fehlen. Sein Motto: „Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es nicht verstanden.“ 2024 wurde er für seine Wissenschaftskommunikation mit der Medaille für naturwissenschaftliche Publizistik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet.
- Im TIB AV-Portal lassen sich ebenfalls viele Vorträge und Vorlesungen finden. Die Videos umfassen Themen wie Computervisualisierungen, Simulationen, Experimente, Interviews, Vorlesungs- und Konferenzaufzeichnungen sowie (offene) audiovisuelle Lern- und Lehrmaterialien.
Open Access & E-Archive
Was bedeutet open access?
Open Access bedeutet, dass ein qualitätsgeprüftes Manuskript (Zeitschriftenartikel, aber auch Buch) sofort, dauerhaft, für den Nutzer kostenfrei und online verfügbar gemacht wird. Des Weiteren wird das Urheberrecht nicht an den Verlag übertragen, sondern verbleibt mit einer Creative Commons Licence beim Verfasser. Dieser kann darüber hinaus dem Nutzer weitere Nutzungsrechte einräumen, welche die freie Nach- und Weiternutzung, Vervielfältigung, Verbreitung oder auch Veränderung der Dokumente ermöglichen. Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen empfiehlt die Vergabe der Creative-Commons-Lizenz CC-BY für wissenschaftliche Publikationen.
Durch Open Access sollen eine größere Sichtbarkeit, höhere Zitationsraten und ein größerer Impact der Forschungsergebnisse aus deutschen Wissenschaftseinrichtungen erreicht werden. In der Umsetzung ist Open Access bisweilen recht komplex. Es haben sich unterschiedliche Modelle entwickelt - weit verbreitet sind die sog. “hybriden” “grünen” und “goldene” Wege:
Von hybriden Zeitschriften spricht man, wenn ein Verlag neben den Abonnementkosten für einen eingeschränkten Nutzerkreis (campusweite Leselizenz), eine zusätzliche Gebühr dafür verlangt, dass einzelne Artikel im Sinne von Open Access freigeschaltet werden. Der Verlag verdient hier also zweimal (Double Dipping). Die hybride Variante ist der erste Schritt auf dem Weg des gerade stattfindenden Transformationsprozesses im Zeitschriftenbereich (z.B. DEAL-Verträge).
Der „grüne Weg“ zu Open Access bedeutet, dass Publikationen, die in einer herkömmlichen Zeitschrift veröffentlicht werden, (meist nach einer Embargo- oder Sperrfrist) frei in ein Repositorium oder auf die Institutswebseite gestellt werden können. Es handelt sich also um eine zeitlich versetzte Zweitveröffentlichung. Oft gestatten Verlage hier nur das Hochladen einer Manuskriptversion (die in der Regel inhaltlich identisch, aber in einem anderen Layout) und nicht des Verlags-PDFs. Bei diesen auf dem grünen Weg publizierten Dokumenten handelt es sich häufig um Preprints. Nur bei sog. Postprints hat ein Peer-Review-Verfahren stattgefunden.
Bei “subscribe to open” (S2O) verpflichten sich die bisherigen Abonnenten der teilnehmenden Einrichtungen, die Abonnement für eine Zeitschrift / ein Zeitschriftenportfolio bei einem Wechsel auf ein OA-Modell beizubehalten - die Zeitschrifteninhalte werden dann unter einer Creative Commons-Lizenz frei zugänglich publiziert, ohne dass für den corresponding author zusätzliche Publikationskosten entstehen. Damit die Zeitschrift den OA-Status behält, muss ein bestimmtes Abo-Volumen auch im Folgejahr erreicht werden.
Der “goldene Weg” bezeichnet die Erstveröffentlichung in einer Open-AccessZeitschrift. Die begutachtete, akzeptierte Version des Manuskripts wird sofort und dauerhaft über den Verlag freigeschaltet und ist für alle lesbar, downloadbar und teilbar. Gold Open Access ist ein „pay-to-publish“ Modell. Hier fallen zwar keine Subskriptionskosten für die Lesebrechtigung an, dafür müssen Kosten für das Publizieren (APC - article processing charge) übernommen werden.
Der “Platinweg” (oder auch Diamantweg) wird beschritten, wenn weder für das Lesen noch für das Publizieren Gebühren anfallen. Dies geschieht meistens dadurch, dass die wissenschaftlichen Einrichtungen selbst alternative Publikationsplattformen zur Verfügung stellen.
Diese Transformation vom Subskriptionsmodell zu Open-Access-Veröffentlichungen bringt auch umfangreiche Änderungen in der Hintergrundorganisation mit sich: So muss uniweit das Budget für Bibliotheken und Publikationskosten neu zusammengesetzt werden und Bibliotheken müssen neue Arbeitsvorgänge entwickeln und etablieren.
Hier finden Sie die Open Access-Services der USB auf einen Blick.
Physik & Open Access-Publikationsförderung
Open Access ist im Fach Physik bereits fester Bestandteil der Publikations- und Informationsstruktur. Der erste Open-Access-Server überhaupt, das “arXiv”, wurde 1991 eingerichtet, um Preprints in der Physik zur Verfügung zu stellen. Seit einigen Jahren entwickeln sich weitere Angebote: Übersicht der Vereinbarungen an der UzK, Publikationsangebote der USB.
Kosten & Verrechnung Zur Zeit ist das System an der UzK sehr dynamisch. Bis Ende 2025 werden Open Access-Publikationsgebühren zentral über die USB, die Fakultät und durch Sondermittel des Rektorats finanziert. Die USB übernimmt die Koordinierung und Rechnungsbearbeitung: weitere Informationen zum Publikationsfonds und zum Ablauf der Rechnungsbearbeitung |
Ansprechpersonen Haben Sie Fragen? |
Sie wissen nicht, in welchen Journal Sie veröffentlichen sollen? Hilfe kann ggf das neue Projekt “B!son” bieten – ein Empfehlungsservice für qualitätsgesicherte Open-Access-Zeitschriften -> zur Projektwebseite
Verzeichnisse für Open Access Zeitschriften, Bücher oder Repositorien im Fachbereich Physik finden Sie z.B. über das “open access network”.
Eigene E-Archive
Publikationslisten der Institute:
- Astrophysik / PH1
- Experimentalphysik / PH2
- Kernphysik / IKP
- Theoretische Physik / THP: keine gemeinsame Liste, aber Einzellisten der Arbeitsgruppen auf den jeweiligen Webseiten
- Biologische Physik / IBP: keine gemeinsame Liste, aber Einzellisten der Arbeitsgruppen auf den jeweiligen Webseiten
KUPS:
Der Kölner UniversitätsPublikationsServer (KUPS) bietet allen Angehörigen der Universität zu Köln die Möglichkeit, ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen elektronisch zu publizieren und im Internet frei zugänglich zu machen. Zusätzlich dient KUPS als Hochschulbibliographie mit dem Ziel, die wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Universitätsangehörigen möglichst vollständig nachzuweisen.
In KUPS werden Einträge aus den folgenden Kategorien erfasst:
- Qualifikations- und Abschlußarbeiten: Dissertationen, Habilitationen, Diplom- und Magisterarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten
- Dissertations-Abstracts als spezielle Kategorie im Rahmen der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät
- Beiträge in Büchern, Tagungsbänden und juristischen Kommentaren
- Bücher, Tagungsbände und juristische Kommentare
- Zeitschriften und Zeitschriftenartikel
- Preprints, Arbeitspapiere und Berichte
- Veranstaltungsbeiträge
Informationen zur Veröffentlichung Ihrer Dissertation, Habilitation, Bücher und weiterer Werke sowie die Kontaktinformationen der Ansprechpersonen finden Sie auf der KUPS-Website.
Recherche
Unser Bestand ist vollständig im elektronischen Katalog der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) nachgewiesen. Hier finden Sie auch alle campusweiten e-Lizenzen.
- Sie können im USB-Katalog per Filter die Suche auf unseren Printbestand einschränken, dann werden allerdings lizenzierte ebooks und Zeitschriften nicht mehr angezeigt.
Tipp: um sich mit dem Umgang des USB-Katalogs vertraut zu machen, lohnen sich die 30min-Schulung Unikatalog - der Quickguide oder die vielfältigen Kurse der USB. - Wenn Sie aus dem Uni-Netz (Zugang per VPN) recherchieren, haben Sie direkt über die Homepages der Verlage Zugriff auf die lizenzierten Artikel oder ebooks
- In Köln nicht vorhandene Literatur kann per Fernleihe bestellt werden.
Melden Sie es dem Team E-Books oder Team E-Zeitschriften der Universitäts- und Stadtbibliothek bitte, wenn Sie keinen Zugriff auf (freigeschaltete) Lizenzen haben.
Grundlagen: In 3 Schritten erfolgreich recherchieren
1. Erkennen und Formulieren des Informationsbedarfs
Bestimmen Sie Art und Umfang der benötigten Informationen:
- Wofür brauchen Sie die Information (Hausarbeit, Klausurvorbereitung, Einstieg ins Thema, wissenschaftliches Paper)?
- Welches Niveau sollen die Ergebnisse haben? Wikipedia-Eintrag zum Überblick, Lehrbuch, Fachbuch, aktuelles Paper mit Detailwissen?
- Welche Sprachen können berücksichtigt werden? Beachten Sie, dass in der Physik Englisch die vorherrschende Sprache (vor allem für akuelle Themen und Forschungsergebnisse) ist.
- Welche Medienarten sollen berücksichtigt werden? Online-ressourcen/ Internetquellen, Bücher, die in der Physikbibliothek vorhanden sind, Zeitschriftenartikel, Konferenzbeiträge?
2. Suchstrategien nutzen
- Sammeln Sie zu Beginn Suchbegriffe und Synonyme; ggf können Sie auch ein Wortnetz zu benachbarten Themen erstellen, um sich Zusammenhänge klar zu machen
- Erzielen Sie bei Ihrer Suche mit spezifischen Begriffen keine Ergebnisse, nutzen Sie nach und nach allgemeinere Stichworte und filtern Sie aus diesen Suchergebnissen neue Suchbegriffe heraus (oder anders herum: starten Sie mit allgemeineren Begriffen und ermitteln Sie anhand der Ergebnisse spezifischere Sucheinstiege)
- „Pearl growing“ (oder „Snowballing“) ist ein effektiver Ansatz zur systematischen Literaturrecherche: Ist ein relevantes Paper / Buch bekannt, können Sie die in diesem Paper zitierten Referenzen nutzen, sich dort ebenfalls die Quellenangaben ansehen und so von Literaturangabe zu Literaturangabe springen. Nachteil: Sie finden so nur Quellen, die älter sind als das Ursprungspaper.
- Einige Datenbanken, z.B. das "Web of Science" bieten die Funktion "cited references" an - quasi einen in die Zukunft gerichteten Schneeball. Hierüber werden Artikel gelistet, die das Ursprungspaper später zitiert haben. Das hilft bei der Suche nach neuerer Literatur, zeigt aber ebenfalls nicht die neusten Publikationen zu einem Thema.
- Eventuell lohnt es sich für längere Forschungsarbeiten Newsfeeds und alert services bestimmter Verlage / Zeitschriften oder Organisationen zu abonnieren.
- Netzwerken: Fragen Sie innerhalb Ihrer Arbeitsgruppe nach Buchempfehlungen oder interessanten Papern
3. Informationen beschaffen und Quellen bewerten
Bibliothekskataloge
- Bewertung: Vor allem in den Institutsbibliotheken werden die Bücher und Zeitschriften sorgfältig ausgewählt und inhaltlich überprüft.
- Hinweise: Plattformen wie Proquest und Cambridge-Plattform Higher Education arbeiten zwar mit individuellen logins, bieten dann aber Zugriff auf Fachbücher, die über das Uni-Netz lizenziert sind, und weitere Features wie Leselistenerstellung.
Zeitschriftenartikel
- Bewertung: Ein Zeitungs der BILD-Zeitung ist sehr wahrscheinlich unseriöser als ein Artikel aus der FAZ - ähnliche Unterschiede gibt es auch bei wissenschaftlichen Zeitschriften (Journals). Eine kleine Hilfe bei der Einschätzung der Qualität geben z.B. die “Journal Citation Reports” (im Hochschulnetz abrufbar). Ein JCR ermöglicht die rasche Analyse sowie den Vergleich von Zeitschriften aus den "Science und Social Sciences Citation Indizes"; hier werden also wichtige Indikatoren für die "relative Bedeutung" einer Zeitschrift innerhalb eines Fachgebietes zusammengestellt.
- Hinweise: Im Directory of Open Access Journals (DOAJ) werden wissenschaftliche Fachzeitschriften, die kostenfrei sofort nach Erscheinen (und nicht erst nach einer Sperrfrist) online zur Verfügung stehen, mit Qualitätskontrolle verzeichnet. Tipp: Abonnieren Sie Newsfeeds von relevanten Zeitschriften, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben.
Repositorien
- Bewertung: Besonders in institutionellen Repositorien finden sich auch Originalveröffentlichungen wie Forschungsberichte, Konferenzbeiträge, Dissertationen oder Abschlussarbeiten von Studierenden. Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen / Organisationen bieten auf ihren Webseiten oft einen Volltextserver mit eigenen Publikationen an.
- Hinweise: An der UzK gibt es den KölnerUniversitätsPublikationsServer KUPS. Auch auf den Webseiten der Institute oder Professor*innen lassen sich oft deren eigenen Veröffentlichungen finden und einsehen.
- Bewertung: Eignet sich für die Recherche, wenn man die richtigen Begriffe, Filter und Suchoperatoren nutzt, z.B. “define:”, “filetype:” oder “related:”, über den Filter “beliebige Zeit” kann man Treffer auf einen bestimmten Zeitraum eingrenzen usw.
- Hinweise:
Über “Google Scholar" kann bestenfalls direkt auf wissenschaftliche Dokumente zugegriffen werden (vor allem aus dem Uni-Netz, wenn diverse Lizenzen greifen); auf jeden Fall werden bibliographische Nachweise angezeigt, die man wiederum in Bibliothekskatalogen suchen kann. Hinweis: es werden auch kostenpflichtige Angebote angezeigt / verlinkt.
Alternative zu Google Scholar: BASE (Bielefeld Academic Search Engine) ist eine der weltweit größten Suchmaschinen für wissenschaftliche Web-Dokumente, die u. a. auf Texte aus Repositorien zugreift. Bei der Mehrzahl der in BASE indexierten Dokumente sind die Volltexte frei zugänglich (Open Access). Die Suchmaschine BASE wird von der Universitätsbibliothek Bielefeld betrieben.
Wikipedia
- Bewertung: Eignet sich sehr gut für den Einstieg in ein Thema, sollte aber natürlich nicht als Quelle in Arbeiten zitiert werden. Beachten Sie auch die Artikel "in anderen Sprachen” (Menü linke Seite), die teilweise weitere Informationen bieten.
- Hinweise: Genutzt (und zitiert) werden können aber die Quellenangaben unten im Artikel wie “siehe auch”, “Literatur”, "Einzelnachweise” oder “Weblinks”, solange sie auf Wissenschaftlichkeit geprüft wurden bzw. wissenschaftlicher Natur sind.
YouTube-Tutorials und -Videos
- Bewertung: Wer lieber Videos schaut als zu lesen, kann auf YouTube durchaus hilfreiche Tutorials finden; aber auch hier gilt: Den*Die Urheber*in vorab kritisch prüfen! Mittlerweile bieten viele Institutionen wie DLR oder DPG eigene Channels an.
- Hinweise: Vorteilhaft sind natürlich auch die Vorlesungsaufzeichnungen aus der Corona-Zeit auf diversen Plattformen (vimeo, Ilias, Sciebo), die weiterhin zur Verfügung stehen.
Außerdem bei der Quellenbeurteilung zu beachten:
- Erscheinungsdatum der Quelle: ist diese Information aktuell oder veraltet?
- Verfasser/ Urheber der Quelle: welche Qualifikationen lassen sich herausfinden? Ist der Name im Forschungsumfeld bekannt?
- Belege der Tatsachenaussagen prüfen: sind Verweise nachvollziehbar und lassen sich verwendeten Quelle nachprüfen?
- Information vs. Interpretation: handelt es sich bei den Aussagen um überprüfbare Fakten oder schon um Meinungsäußerung zum Thema?
Thematische Literatursuche mit System
Formale Literatursuche vs. thematische Literatursuche
Formale Literatursuche: Suche nach einem bestimmten Werk anhand formaler Angaben (Titel, Autor*in, ISBN, etc.) → Suche in einzelnen Kategorien/Feldern des elektronischen Katalogs
Thematische Literatursuche: Suche nach Literatur zu einem Thema mit sachlichen Suchkriterien (Freitext, Schlagwort) → Suche im Freitextfeld
Stichwort vs. Schlagwort
Stichwort: Wort aus dem Titel oder Untertitel eines Werks. In unserem Katalog kann nach Titelworten und Schlagwörtern gesucht werden.
Schlagwort: Wort, das den Inhalt eines Werkes kurz und präzise wiedergibt (kann im Titel vorkommen, muss aber nicht)
Suche mit verschiedenen Wörtern und Begriffen
Sie können Ihren Suchradius durch die Suche nach Synonymen, Oberbegriffen, Unterbegriffen, verwandten Begriffen und Begriffen aus anderen Sprachen bzw. Suche in anderen Sprachen erweitern. Es kann sich anbieten, bei einem formulierten Thema eine Suchmatrix anzulegen und die verschiedenen Begriffe der Reihe nach zu suchen.
Beispiel: Auswirkung → Auswirkung, Effekt, Einfluss, Bedeutung, Folge, Entwicklung, Negativwirkung, Positivwirkung, Verhalten, effect, impression
Sie können im elektronischen Katalog auch nach Phrasen (feststehende Wortfolge) suchen, indem Sie Anführungszeichen verwenden.
Beispiel: “nuclear physics” statt nuclear physics
Suche mit Bool'schen Operatoren
Mit Hilfe von Bool'schen Operatoren können Sie die Suche nach verschiedenen Wörtern verknüpfen. Die Suche kann dabei nach A UND B, A ODER B und A NICHT B gestaltet werden. Bei drei Suchbegriffen kann durch Klammern eine Prioritätensetzung eingestellt werden. Für nähere Informationen und visuelle Darstellungen sehen Sie sich bitte dieses Handout der Staatsbibliothek zu Berlin an.
Suche mit Platzhaltern (Trunkierung)
Mit Hilfe eines Platzhalters können Sie mehrere Zeichen innerhalb eines Suchworts ersetzen:
- Rechtstrunkierung: ein festgelegtes Zeichen ersetzt das Wortende
Beispiel: netz* findet netzwerk, netzwerke, netzwelt und weitere Wörter mit dem Wortanfang „netz“ und variierenden Endungen. - Linkstrunkierung: ein festgelegtes Zeichen ersetzt den Wortanfang
Beispiel: *physics finds biophysics, astrophysics, agrophysics, econophysics und weitere Wörter mit variierendem Wortstamm und fester Endung - Binnentrunkierung: ein festgelegtes Zeichen ersetzt mehrere Zeichen mitten im Wort
Beispiel: Hi*brandt findet Hildebrandt, Hillebrandt, Hildbrand, und weitere Wörter mit festem Wortanfang und –ende und variierendem Mittelteil.