Bauangelegenheiten
Erweiterung und Generalsanierung der Physikalischen Institute
Die Planungen zur Generalsanierung der Physikalischen Institute laufen bereits seit vielen Jahren, ursprünglich war eine Genehmigung der Bauunterlage im Jahr 2015 geplant. Als Erweiterung des Bestandsgebäudes wurde bis 2023 ein Laborneubau errichtet, der als Querriegel das I. und II. Physikalische Institut verbindet. Im Nachgang soll nach und nach der Bestand generalsaniert werden. Aufgrund des gestiegenen Platzbedarfs, insbesondere durch große Drittmittelprojekte, sind weitere Flächenerweiterungen bereits umgesetzt oder in Planung.
Die folgenden Absätze geben einen Überblick über geplante, laufende und abgeschlossene Schritte des Bauvorhabens (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
Historie bis 2015: Erweiterungsbau Theoretische Physik, Beschleuniger-Sanierung, Ando-Modulbau
Nach langen Phasen der Planung und Antragsstellung wurde von den Landesministerien signalisiert, dass es ca. Ende Januar 2015 zur Genehmigung der Bauunterlage kommen könne. Die UzK wurde aufgefordert vorbereitende Maßnahmen (wie Entsorgung alter Transformatoren, Kampfmittelsuche, Kanalsanierung u.a.) einzuleiten.
Ausgangslage war eine Nutzfläche von 14.400 m2 im Bestand (NF1-6 ohne Erweiterungsbau Theoretische Physik). Beantragt und genehmigt wurde letztlich eine Erweiterung der Nutzfläche auf 19.229 m2 NF1-6. Die überzeugenden Argumente für die Erweiterung waren die ständig steigende Drittmitteleinwerbung und zusätzliche Professuren und Wissenschaftler*innen-Stellen aus der Exzellenzinitiative.
Der Neubau ETP (Erweiterung Theoretische Physik) kann als vorgezogene Maßnahme des Gesamtprojekts betrachtet werden. Dieser wurde 2013 ertiggestellt und beherbergt Arbeitsgruppen der Institute für Theoretische Physik und Biologische Physik sowie Seminar- und Besprechungsräume.
Durch die Einwerbung von CologneAMS, das Zentrum für Beschleuniger-Massenspektrometrie im Institut für Kernphysik, wurde der Beschleunigerbereich bereits vorab (2011) generalsaniert. Dies geschah ebenfalls im Sinne einer vorgezogenen Maßnahme zur späteren Generalsanierung
Im Rahmen der Berufung Ando am II. Physikalischen Institut wurde 2015 ein Interims-Labormodulbau mit 450 m2 Nutzfläche auf der Wiese südlich des I. Physikalischen Instituts errichtet. Dieser Modulbau erhielt eine überdachte Verbindung zum Bestandsbau.
Laborneubau und ML4Q-Neubau
Der Laborneubau (Querriegel zwischen I. und II. Physik) wurde im Februar 2023 fertiggestellt (siehe Pressemitteilung). Dort sind Labore, Messräume, ein Reinraum sowie Werkstätten untergebracht.
Seit dem Start des Exzellenzclusters ML4Q ist eine Erweiterung um Labor- und Bürofläche in einem neuen Systembau auf dem ehemaligen Parkplatz der Physikalischen Institute geplant. Interimistisch wurden Büroräume angemietet und Labore für die neuen Experimentalphysik-Professuren in der II. Physik untergebracht.
Generalsanierungsplanung mit UniSpaces GmbH (ab 2025)
Die Universität hat Ende 2025 gemeinsam mit der medfacilities GmbH ein Tochterunternehmen gegründet, die UniSpaces GmbH (siehe auch Mitteilung im Baumaßnahmen-Blog der Uni). UniSpaces soll einige Bauprojekte vom Baudezernat der Universität übernehmen, dazu gehört auch die Generalsanierung der Physikalischen Institute. Anfang 2026 sind die Planungen hierzu mit Workshops unter Beteiligung von Nutzer*innen, Architekt*innen und Planer*innen gestartet.
Schadstoffe im Bestandsgebäude der Physik (Geb. 321)
Im Jahr 2013 wurden im Zuge der Planung der Generalsanierung und Erweiterung der Physikalischen Institute Gutachten eingeholt, die ergaben, dass Maßnahmen zur Schadstoffreduktion bereits vor der eigentlichen Sanierung notwendig wurden. Diese hat die Universität in den vergangenen Jahren durchgeführt. Dazu gehören neben den eigentlichen Sanierungsmaßnahmen auch weitere Gutachten und Kontrollmessungen. Ein abschließendes Gutachten zu den von 2022 bis 2024 durchgeführten Messungen hat gezeigt, dass die durchgeführten bzw. laufenden Maßnahmen wirksam sind.
Im Folgenden sind der aktuelle Stand sowie die Historie der Untersuchungen zusammengefasst.
Hintergrund: PCB
PCBs (Polychlorierter Biphenyle) sind synthetische Stoffgemische, die vor allem in den 1960er und 70er Jahren im Bau als Fugenmasse, Anstriche und in elektrotechnischen Anlagen verwendet wurden. Seit 1989 ist die Verwendung der Gefahrstoffe verboten.
Für die PCB-Belastung der Raumluft gilt ein Vorsorgewert von 300 ng/m³, ab dem Maßnahmen ergriffen werden müssen, sowie der Grenzwert von 3000 ng/m³, ab dem Gebäudebereiche gesperrt werden müssen.
Messungen und Direktmaßnahmen
Bezüglich PCB (Polychlorierter Biphenyle) in der Raumluft konnte der Zielwert von unter 300 Nanogramm (ng) pro Kubikmeter zunächst nicht überall erreicht werden. Zum Ergebnis dieses Gutachtens gibt es auch eine Pressemitteilung vom 23. Juli 2021.
- In Foyer, Treppenhäusern und Büros lag die PCB-Belastung der Raumluft teils unter dem Vorsorgewert 300 ng/m3 (grüner Bereich), teils darüber (gelber Bereich). Die Belastung lag deutlich unter dem Grenzwert von 3000 ng/m3 (roter Bereich), der eine Sperrung erfordern würde.
- Die Hörsäle werden belüftet und liegen im grünen Bereich.
- Räume können (mit Stoß-Lüftung) weiter genutzt werden.
- Von 2022 bis 2024 wurde ein vierteljährliches Raumluftmonitoring durchgeführt.
- Direktmaßnahmen waren erforderlich und wurden ergriffen (siehe unten). Diese sind mittlerweile abgeschlossen.
In Anbetracht der statistischen Natur der Messungen und aus Vorsorgegründen wurden die folgenden Direktmaßnahmen auf alle Räume angewendet:
- Austausch/Instandsetzung defekter Fenster
- Stoßlüften der Büros
- Enfernung der Verdunklungsfugen(1)
- Versiegelung Fensterkit
- Bessere Foyerlüftung
- Grundreinigung von den Treppenhäusern
- Grundreinigung der Büros
- Feinreinigung aller Räume inkl. Einrichtung, um auch PCB-Staub zu entfernen
- Weitere Prüfungen und ggf. weitere Sanierungen von Bereichen in Absprache mit den Nutzern der Physik und den Sachverständigen
- Regelmäßiger und enger Austausch zw. des Departments Physik und D5
(1) Verdunklungsfugen sind elastische Fugen zwischen der Führungsschiene der inneren Verdunklung und der Wand.
Abschlussgutachten zu den PCB-Messungen 2022-2024
Zu den von 2022 bis 2024 durchgeführten Quartals-Messungen wurde ein abschließendes Gutachten erstellt. Dieses kam zu dem Schluss, dass die durchgeführten bzw. laufenden Maßnahmen wirksam sind. In den letzten Quartalsmessungen im Jahr 2024 konnten weitgehend keine im Sinne der PCB-Richtlinie NRW relevant erhöhten PCB-Raumluftkonzentrationen gemessen werden.
Biomonitoring
2021 und 2022 wurde bei einer Gruppe langjähriger Mitarbeiter*innen ein Biomonitoring durchgeführt. In einigen Fällen waren erhöhte PCB-Werte nachweisbar, allerdings deutlich unterhalb der aktuellen Grenzwerte. Der Gutachter, Prof. Kraus von der RWTH Aachen, bestätigt, dass die ergriffenen Maßnahmen, insbesondere das konsequente Lüften, sinnvoll und ausreichend sind.
Für Mitarbeiter*innen mit Fragen oder Sorgen (z.B. aufgrund gesundheitlicher Ausnahmesituationen wie einer Schwangerschaft) bietet die Universität zu Köln Beratung mit Angeboten bis hin zum individuellen Humanbiomonitoring an. Ansprechpartner ist Philipp Wilking.